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125 Jahre Hunsrück-Verein e.V. 1890 -2015

Gedenktafel am GründungshausDer ehemalige Hauptschriftführer des Vereins, Hermann Rössel, schrieb, dass die Gründung des Hunsrückvereins, vormals Verein für Mosel, Hochwald und Hunsrück ("MoHoHu") am 19. Oktober 1890 im Gasthof Brauns (heute Hotel "St. Michael") in Morbach kein überregionales, aber doch ein bedeutendes Ereignis für die gesamte Hunsrückregion war. In den Hunsrücker Zeitungen vom März 1990 konnte man nachlesen, dass es sich hierbei um ein weit in die Zukunft hineinreichendes Ereignis handeln sollte.

Für die Region Hunsrück und die vier Flusstäler darf die Gründung des Vereins für Mosel, Hochwald und Hunsrück im Jahre 1890 als ein von entschlussfreudigen Hunsrückern in die Tat umgesetzter Plan angesehen werden.

Schon Jahre vorher waren Ideen geboren sowie Überlegungen und Diskussionen entfacht worden, welche die Schönheit der Mittelgebirgslandschaft Hunsrück und die Lieblichkeit der Flusstäler Mosel, Rhein, Nahe und Saar in den deutschen Landen mehr bekannt machen sollten.

Mit den Worten: „Schon lange ist es versäumt worden, nach dem lehrreichen Beispiel anderer Bezirke nun auch für Moselthal, Hochwald (einschl. Birkenfeld) und Hunsrücken als ein zusammenhängendes Ganzes einen Verein zu gründen …“ begann ein Aufruf des Landgerichtsdirektors Crönert aus Trier und Landrat Rintelen aus Bernkastel. Die Bekanntmachung fand ein breites Echo, so dass am 19. Oktober trotz schlechten Wetters etwa 250 Heimattreue von der Mosel, von der Nahe, von der Saar und aus allen Teilen des Hunsrücks in Morbach zur Gründungsversammlung zusammen kamen.

Wolf auf der WildenburgAm Nachmittag um 2.00 Uhr eröffnete Landrat Rintelen im Saale des Gasthauses Brauns zu Morbach die Versammlung. Er erklärte u.a.: ,,Wir werden dafür zu sorgen haben, dass der Wanderer, der die Natur genießen will, der Erholungsbedürftige, welcher in Gottes freier Natur neue Kräfte sammeln will, auf unsere Gegenden hingewiesen wird, dass er sie kennen und schätzen lernt. Wir kommen zu ihnen meine Herren, ohne irgendwelches Sonderinteresse. Unsere Absicht geht ausschließlich dahin, unsere Gegenden, die so wunderreich an Naturschönheiten sind, dem Dunkel und der Vergessenheit zu entreißen, welche sie für weite Kreise unseres Volkes einhüllen."

Im weiteren Verlauf wurde der Satzungsentwurf des Vereins für Mosel, Hochwald und Hunsrück verlesen. Es erfolgte einstimmige Annahme. Zum ersten Vorsitzenden wurde Landgerichtsdirektor Crönert (Trier) und als Stellvertreter Landrat Rintelen (Bernkastel) gewählt.

Zum Schluss heißt es in einem Bericht: „Diese erste Versammlung des neuen Vereins, welche in jeder Hinsicht so prächtig verlief, lässt für die Zukunft des Vereins das Allerbeste erhoffen!"

Der junge Verein nahm raschen Aufschwung und konnte sehr schnell bereits 29 Ortsgruppen zählen.

Heute gliedert sich der Verein in 19 Ortsgruppen mit rund 2.000 Mitgliedern. Einige Ortsvereine haben sich mit Nachbargruppen vereinigt. Es finden in den Ortsgruppen nicht nur Wanderungen statt, sondern auch lyrische Wortlesungen, Unterhaltung von Museen, wie hier in Morbach, Besichtigungen, aber auch Reisen in andere Landschaften. Die Herausgabe von regionalen Schriften wie DIE HOTT bei der Ortsgruppe Morbach sind weitere Wirkungsgebiete.

Die Wildenburg bei Kempfeld mit Blick in das Wildfreigehege des HunsrückvereinsAufgaben des Hauptvereins sind neben der Koordinierung der Ortsgruppen, Beratung und Erstellung angefragter Gutachten (Landespflege) sowie die Betreuung und die Verantwortung für das Wildfreigehege Wildenburg bei Kempfeld. Das etwa 180 Seiten starke Jahrbuch des Hunsrückvereins mit dem Wanderplan aller Ortsgruppen und vielen Geschichten insbesondere zur heimatlichen Historie vervollständigt das Angebot des Vereins und ist längst eine wertvolle Ergänzung der Heimatliteratur im Hunsrück geworden. Die Arbeiten im gesamten Verein werden überwiegend ehrenamtlich erledigt.

Der Verein ist stolz auf seine Mitglieder, die immer bestrebt sind, die Organisation aufrecht zu erhalten, um sich weiter für den Hunsrück mit seiner Kultur einzusetzen.

B. Staudt/08.09.2015

 

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